Blitzschlag - häufig unterschätzte Gefahr - Kassenvorteil
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Blitzschlag – häufig unterschätzte Gefahr

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Foto: PIxabay.com

Klettern die Temperaturen nach oben, steigt das Risiko für heftige Gewitter. Keine Frage: Zieht eine Gewitterfront auf, sind wir in Häusern mit Blitzableiter oder auch im Auto, dessen Metallkarosserie die elektrische Energie des Blitzes nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs ableitet, am sichersten aufgehoben. Doch mitunter wird man im Freien fernab von Städten und Ortschaften von einem Gewitter überrascht – an einem entlegenen Badesee, während einer Radtour oder auch einer Wanderung. Dann ist das Risiko für einen Blitzunfall höher.

Laut Experten stirbt weltweit einer von vier Menschen, die von einem Blitz getroffen wurden. In Deutschland kommen bis zu zehn Menschen jährlich durch Blitzschlag zu Tode, einige hundert werden verletzt in ein Krankenhaus eingewiesen. Sie leiden unter Verbrennungen, Hörstörungen, Lähmungen bis hin zu Angstzuständen und anderen psychischen Störungen – vorübergehend oder auch bleibend.

Blitze sind luftelektrische Entladungen und unberechenbar. Wer zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden zählt, befindet sich in direkter Nähe des Gewitters. Dann gilt es, umsichtig zu handeln, um sich vor einem Blitzschlag zu schützen. „Halten Sie sich nicht am höchsten Punkt in einem Landstrich auf, denn dort schlägt ein Blitz meist ein“, rät Karin Artner vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Göppingen. „Suchen Sie vielmehr Schutz an einem niedrigen Punkt, beispielsweise in einer Mulde.“ Gehen Sie in die Hocke. Stellen Sie dabei die Füße eng zusammen, damit zwischen ihnen keine lebensgefährliche Spannung entstehen kann (sog. Schrittspannung), schlingen Sie die Arme um die Beine und ziehen Sie den Kopf ein. Dann hat ein Blitz wenig Angriffsfläche. Wer in der Gruppe unterwegs ist, hält voneinander Abstand, damit der Blitz nicht von einem zum anderen überspringen kann.

Während eines Gewitters ist unbedingt Abstand zu blitzschlaggefährdeten Objekten zu halten wie Bäumen, Türmen oder Masten sowie zu Unterständen ohne Blitzableiter. Auch wenn ein Blitz einige Meter entfernt einschlägt, kann er von solchen Objekten überspringen und für den Menschen lebensbedrohlich sein.

Der vielzitierte Spruch ‚Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen’ hält sich hartnäckig, ist aber falsch. „Denn ein Blitz kann in jeden Baum einschlagen, vor allem, wenn er einzeln steht“, erklärt Artner. Wanderer oder Mountainbiker, die in dichtem Wald von einem Gewitter überrascht werden, können sich dagegen relativ sicher fühlen. Aber auch sie sollten einzelne hohe Bäume und Baumgruppen unbedingt meiden, ebenso Waldränder. Fahrrad- und Motorradfahrer stellen ihr Gefährt bei Gewitter am besten ab und entfernen sich mehrere Meter, denn metallene Gegenstände leiten die gefährliche Energie des Blitzes weiter. Aus demselben Grund keine Regenschirme aufspannen. Golfer sollten sofort ihr Spiel abbrechen und sich von ihren Bags mit den Schlägern distanzieren.

Zu den extremen Gefahrenbereichen während eines Gewitters im Freien zählen Gewässer, Badeseen, Flüsse, das Meer sowie Freibäder. „Wasser leitet Strom. Dadurch ist das Risiko für einen Blitzeinschlag sehr hoch“, sagt Karin Artner. „Türmen sich am Horizont dunkle Wolken und ist leises Donnergrollen zu hören, sollten Badende oder Wassersportler daher schleunigst an Land gehen.“ Auch ein Gewitter, das weit entfernt wirkt, kann schneller als erwartet heranziehen und zur Gefahr für Leib und Leben werden.

Was tun im Notfall?

Bei Blitzopfern kommt es häufig zu einer lebensgefährlichen Atemlähmung oder sogar einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Hier sollte umgehend reanimiert werden mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung; sie können lebensrettend sein. Sorgen Sie sich nicht, das Opfer zu berühren. Es leitet keinen Strom mehr, der auf Sie überspringen könnte. Fordern Sie zudem umgehend per Handy unter der 112 Hilfe an – unter Angabe von Name, Ort, Geschehen und Anzahl der betroffenen Personen. Und immer daran denken: Bei Rettungsaktionen nicht das eigene Leben aufs Spiel setzen: Eigenschutz geht vor!

Quelle: KKH.de

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