Experten erwarten Verdopplung der Zusatzbeiträge - Kassenvorteil
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Experten erwarten Verdopplung der Zusatzbeiträge

Zusatzbeiträge, Geld, GKV
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Gesetzlich Versicherte müssen sich zukünftig wohl auf teure Zusatzbeiträge einstellen. Nach einer Berechnung von Gesundheitsökonomen könnte der durchschnittliche Zusatzbeitrag von heute 1,1 Prozent auf 2,4 Prozent im Jahr 2020 steigen.

Nach einer Berechnung des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen könnte der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von heute 1,1 Prozent auf 2,4 Prozent im Jahr 2020 steigen. Das wäre deutlich mehr, als die gesetzlichen Krankenkassen selbst erwarten. Bislang rechnet die GKV bis 2019 mit einem Anstieg des Zusatzbeitrags auf durchschnittlich 1,8 Prozent.

Ausgaben der Kassen steigen stetig

Seit Jahren steigen die Ausgaben der gesetzlichen Kassen ungeachtet der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds schneller als die Einnahmen.

Während ein Durchschnittsverdiener nach Wasems Berechnungen in diesem Jahr bei einem beitragspflichtigen Einkommen von 1.960 Euro im Schnitt 21,76 Euro Zusatzbeitrag im Monat zahlt, könnte sich der Beitrag bis 2020 mehr als verdoppeln. Dann könnten bei einem Durchschnittseinkommen von 2.261 Euro schon 54,74 Euro Zusatzbeitrag fällig werden.

Sozialverband: „Tiefgreifende Gerechtigkeitslücke“

Die Linkspartei warnte, die Zusatzbeiträge für Krankenversicherte drohten innerhalb der kommenden Jahre zu explodieren. „Die Bundesregierung fährt die öffentliche Gesundheitsversorgung vor die Wand“, erklärte Parteichef Bernd Riexinger. Er forderte erneut, die Zusatzbeiträge paritätisch auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufzuteilen. Zudem warb der Linken-Chef erneut für die Bürgerversicherung, in die alle einzahlen sollen.Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) forderte eine gerechte Kostenverteilung. „Werden die Arbeitgeber nicht bald verpflichtet, die Kostenexplosion gemeinsam mit den Versicherten zu stemmen, so hat dies eine tiefgreifende Gerechtigkeitslücke zur Folge“, kritisierte Verbandspräsident Adolf Bauer.

Quelle: afp

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