Was heißt eigentlich gute Pflege? - Kassenvorteil
Informationen

Was heißt eigentlich gute Pflege?

Altenpflege, Pflege, Pflegeheim
Foto: Pixabay.com

In Zukunft wird es in Deutschland wesentlich mehr Ältere geben – der Pflegebedarf steigt. Aber mit mehr Betten und medizinischer Grundversorgung ist es nicht getan: Gute Pflege muss die Individualität und die Achtung vor der Würde des Einzelnen in den Mittelpunkt stellen und die Menschen mit ihren eigenständigen Bedürfnissen und Wünschen erreichen.

Bei vielen Menschen ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem sie dauerhaft Unterstützung im alltäglichen Leben brauchen. Alter und/oder Krankheit machen dies erforderlich, um auch die letzte Lebensphase trotz aller Einschränkungen würdevoll und so angenehm wie möglich verbringen zu können.

Das ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Denn wenn man sich die demografische Entwicklung anschaut, wird es in den kommenden Jahrzehnten wesentlich mehr Ältere in Deutschland als jemals zuvor. Bis zum Jahr 2060 wird jeder zweite Deutsche mindestens 51 Jahre alt sein, und rund 3,3 Millionen Menschen werden älter als 90 Jahre sein. Das sind fünfmal so viele Männer und Frauen wie heute. Und damit steigt zwangsläufig die Zahl derjenigen, die professionelle Hilfe benötigen. Dazu gehört die emotionale und praktische Begleitung genauso wie die medizinische Pflege, die sich an der jeweiligen gesundheitlichen Situation orientieren muss. Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass genügend Kapazitäten für diese Anforderungen zur Verfügung stehen. Wenn keine neuen Einrichtungen entstehen, kann der Pflegebedarf über Jahre und Jahrzehnte nicht gedeckt werden; es wird dann zu Versorgungsproblemen kommen – ganz besonders bei denen, die auf finanzielle Unterstützung seitens des Staates angewiesen sind, weil Ruhestandseinkommen und Vermögen nicht ausreichen, um die Pflegezeit zu finanzieren.

Aber natürlich geht es bei diesen notwendigen Kapazitäten nicht allein um die Zahl der Betten; dies ist nur die Basis dafür, dass Betreuung und Pflege überhaupt außerhalb der eigenen vier Wände stattfinden können. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen muss im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen! Das reicht weit über ein Bett und eine medizinisch-pflegerische Grundversorgung hinaus – wer die Würde und den Wert des Einzelnen in den Vordergrund stellt, kann unter guter Pflege und Betreuung nicht nur verstehen, dass das Leben nur erhalten wird. Sondern er versteht darunter, es im Rahmen der Möglichkeiten bestmöglich zu gestalten. Ältere und/oder kranke Menschen wünschen sich, so begleitet und betreut zu werden, dass sie das erhalten, das sie wirklich in ihrer letzten Lebensphase benötigen.

Dazu gehört beispielsweise ein Freizeit- und Beschäftigungsprogramm, das den Alltag auflockert und fordert und fördert zugleich. Ob Musik, Literatur, Handarbeit, Gymnastik, Ausflüge oder einfach nur geselliges Beisammensein: Jede Aktivität hilft dabei, das Leben auch in der Pflege interessant und individuell zu gestalten. Abwechslung ist ein wichtiges Stichwort im Alltag in einer Pflegeeinrichtung, und gerade schöne Erinnerungen an die Vergangenheit – beispielsweise durch ein Musikstück, ein Gedicht oder auch eine besondere Kaffeetafel – können beispielsweise Betroffenen von neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz dabei helfen, an Gedächtnisinhalte anzuknüpfen und Emotionen und Eindrücke wiederzubeleben. Das fördert das Wohlbefinden von Menschen mit Alzheimer-Demenz und aktiviert sie, um ihnen ein Stück Alltag und damit Leben zurückzugeben.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die aufzeigen, was gute Pflege bedeutet und welchen Stellenwert die Individualität und die Achtung vor der Würde des Einzelnen einnehmen sollte. Das gilt heute, und das gilt besonders auch in der Zukunft, wenn die Zahl der Menschen in solchen Situationen steigt. Sich darauf einzustellen und Lösungen und Angebote zu entwickeln, ist die Aufgabe unter anderem von Pflegeeinrichtungen, die als verlässliche Partner im Alter wahrgenommen werden wollen. Und die wissen, was es heißt, im Alter die bestmögliche Versorgung zu bieten. Dazu gehört, Pflegebedürftige in allen Lebensfragen möglichst selbst entscheiden zu lassen, auch wenn ihre körperlichen und kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Das ist ein entscheidendes Merkmal in der Pflege, um die Würde des Einzelnen zu bewahren und ihn auch in einer schwierigen Situation, in der er auf Hilfe angewiesen ist, als Individuum wahrzunehmen.


Joseph A. Devadas
Joseph A. Devadas

Joseph A. Devadas ist geschäftsführender Gesellschafter der Margarethenhof Gruppe aus Krefeld. Das Unternehmen besteht seit 1998 und betreibt 13 Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland mit einem umfassenden Leistungsspektrum in den Bereichen der vollstationären Pflege, dem Betreutem Wohnen, dem Service-Wohnen und der ambulanten Pflege mit insgesamt mehr als 1400 Plätzen. Menschen im Alter die bestmögliche Versorgung zu bieten, ist das Kernanliegen der Margarethenhof Gruppe, weshalb die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner im Mittelpunkt der alltäglichen Arbeit stehen. www.margarethenhof-gmbh.de

Kommentieren

Hier klicken, um zu kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen